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Unter Freiluft-Bedingungen

Das schöne am Motorradfahren ist doch, dass da nix außen rum ist, was einen bei der intensive Wahrnehmung der Elemente behindert: man spürt den Wind, den Wechsel von Sonne und Schatten spürt man direkt über die Einstrahlung und man ist auch akustisch mitten drin im Geschehen und hört den Wechsel von Felswand zu Almwiese über die unterschiedliche Reflektion. Oder etwas weniger positiv formuliert: ohne Interalhelm oder hohe Scheibe sammelt man Insekten aller Arten direkt mit dem Gesicht, im Hochsommer schwimmt man im Kombi, bestimmte Moped-Typen vibrieren alle Schrauben ab  und so richtig klatschnass zu werden gehört ebenfalls dazu.

Damit unterscheiden sich die Bedingungen für Navis doch deutlich von denen in einem Auto, wobei auch dort in den Gerätespezifikationen beispielsweise weite Temperaturbereiche abgedeckt werden. Neben den Bedingungem die sich direkt aus der Situation im Freien ableiten lassen, kommt für den „Anwender“ noch dazu, dass der nur eingeschränkt das Gerät bedienen kann: filigrane Fingergesten kann man mit Handschuhen vergessen und die Möglichkeit zu einer akustischen Signalisierung kann man nicht immer voraussetzen.  Und nicht zu vergessen: inzwischen dürfte jedes Auto mit einem Zigarettenanzünder bzw. einer USB-Steckdose ausgestattet sein, bei Motorrädern muss das nicht immer der Fall sein, gerade bei älteren Modellen. Und wenn dann das Navi oder Smartphone sich mitten in der Tour mit leerem Akku verabschiedet weil das Display einiges an Saft zieht, dann ist das doch eher unbefriedigend.

Wie man diesen Bedingungen bei Einsatz eines Auto-Navis oder Smartphones begegnet habe ich bei der Beschreibung meiner aktuellen Lösung beschrieben.

Spezielle Motorrad-Navis

Diese Geräteklasse bietet inzwischen eine gute Auswahl. Meiner Erinnerung und Recherche nach war das TomTom-Rider zumindest eines der ersten Geräte mit einer gewissen Verbreitung. Zunächst wurde die Hardware an die oben besprochenen Bedingungen angepasst, und ist beispielsweise spritzwassergeschützt (damit kann man nicht tauchen – ich sag’s ja nur) und beinhaltet eine Halterung, die z.B. am Lenker zu befestigen ist. Softwareseitig ist die Benutzeroberfläche so ausgelegt, dass man sie auch mit Handschuhen bedienen kann. 

Nachfolgende Generationen haben vor allem bei der Routing-Intelligenz zugelegt, weil die Option „Autobahn meiden“ einfach zu wenig ist um das ganze als „Motorrad-Navi“ deklarieren zu können und einen entsprechenden Preis-Aufschlag zu rechtfertigen.

Spezielle Motorrad-Apps für das Smartphone

Als Alternative zu den Moped-Navis und um das ganze Setting mit einem Navi auf dem Motorrad einmal bei überschaubaren Kosten auszuprobieren bieten sich entsprechende Navi-Apps für Android oder iOS an. App installieren, Route erstellen oder importieren, Smartphone in den Tankrucksack für den allerersten Test und los geht’s ! Aber nicht zu oft auf das Navi starren – ich krieg da immer so ein Kribbeln wenn ich jemanden unterwegs im Blindflug sehe der irgendwas spannendes in der Kartenhülle anstarrt !

Aber wenn man so herausfindet, dass sich das gut anfühlt, kann man in eine entsprechende Halterung und ggfs. in eine notwendige Stromversorgung investieren. Oder andersherum: wenn man über den Versuch feststellt, dass doch nichts über eine gute Karte geht, hat man nur wenig bis kein Geld verbrannt.

Aber natürlich kann man beim Ausbau dieser Variante auch gut sein Geld loswerden für gute Halterungen und Cases sowie die passende Software. Der Haken ist die Hardware, weil ein Smartphone nicht dafür gebaut ist. Allerdings ist mir noch kein Smartphone auf dem Moped kaputt gegangen – aber immer alles auf eigene Gefahr !

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