Routen-Portale

Routen-Portale

Hier möchte ich einen subjektiven Überblick liefern über einige Routenplanungs-Systeme, die sich meiner Meinung nach gut eignen. Es gibt explizite Motorrad-Seiten bzw. -systeme, aber auch diverse Mehrzweck-Systeme sind hervorragend geeignet – es kommt darauf an, wie man sie einsetzt.

Und los geht’s …

RouteConverter

Der Bildschirm von RouteConverter

RouteConverter fällt gleich mal etwas aus der Reihe, weil es sich hier nicht wie bei den meisten anderen Systemen um eine Web-Seite handelt, auf der eine Online-Karte die Routenplanung anbietet, sondern man kann das Java-Programm herunterladen und lokal installieren, wobei die Daten aber online bezogen werden. Wie der Name schon sagt, kommt das Programm eigentlich aus der Ecke „Datenkonvertierung“ – und wenn es darum geht, zwischen den unterschiedlichen Formaten der einzelnen Navi-Systeme hin und her zu konvertieren kommt man um RouteConverter nicht herum. Hilfreich in diesem Bereich ist auch GPSBabel, das hier ebenfalls viel zu bieten hat. Aber RouteConverter geht über die Konvertierung hinaus und ermöglicht eine Routenplanung ohne großen Schnick-Schnack aber mit allen Möglichkeiten, die man benötigt. Der Beitrag zur Routenplanung gibt einen Einblick in die konkrete Arbeit mit RouteConverter. Für die Hintergrundkarten bedient man sich verschiedener OpenStreetMap-Derivate und die verwendete Routing-Engine verwendet ebenfalls OSM-Daten. Über eine Community-Funktion kann man in Routen anderer Benutzer stöbern und eigene Routen zur Verfügung stellen. Das ebenfalls vorhandene Forum wird rege genutzt, was in meinen Augen dafür spricht, dass die Software von vielen Usern eingesetzt und vom Entwickler weiter gepflegt wird.

Für die Verwendung der Routen auf einem Navi stehen Exportmöglichkeiten in über 80 Formate zur Verfügung – da sollte das Passende zu finden sein. Was mir an RouteConverter besonders gut gefällt, ist die Realisierung als Open-Source-Projekt und der Einsatz von OpenStreetMap-Daten.

Kurviger

Routenplanung auf Kurviger.de

Das Interessante an Kurviger ist der verwendete Routing-Algorithmus: hier wird nicht der schnellste Weg gesucht sondern die Online-Software sucht kurvige Strecken und Berge – also ideal für alle, die es nicht primär eilig haben. Damit verspricht Kurviger, dass man bei der Planung selbst weniger Hand anlegen muss und dafür das System mit nur wenigen Wegpunkten eine interessante Route ausspuckt. Die Regeln der Routen-Berechnung kann der Anwender in den Einstellungen noch beeinflussen.

Für einen Verwandtenbesuch habe ich einmal die Probe auf’s Exempel gemacht und mir eine Route quer durch den Nord- und Mittelschwarzwald erstellen lassen nur durch EIngabe von Start- und Zielpunkt. Und Bingo: neben einigen Streckenabschnitten, die ich schon kannte, kamen noch ein paar Abschnitte dazu, die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte, die sich aber definitv gelohnt haben. Grundsätzlich funktioniert das Prinzip von Kurviger also – und durch das Setzen von zusätzlichen Waypoints kann man das Ergebnis jederzeit beeinflussen.

Als Hintergrundkarte kann man diverse Aufbereitungen von OpenStreetMap-Daten verwenden. Daneben setzt Kurviger auch auf Daten von ESRI und des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie. Die Karten werden noch angereichert um motorradspezifische POIs (Points of Interest) wie Werkstätten und Pässe.

Und um das Ganze komplett zu machen gibt es passend zur Planungs-Software eine Smartphone-App unter Android – mehr dazu gibt es im Beitrag zu den Smartphone-Apps.

Calimoto

Calimoto kommt schon auf den ersten Blick sehr professionell und peppig daher. Neben den bereits umfangreichen Funktionen der kostenfreien Version gibt es noch zusätzliche Funktionsumfänge, die man käuflich erwerben kann. Der Slogan „no more straight roads“ signalisiert schon, dass hier Autobahnfahrer nicht im Focus stehen.

Die Routing-Funktion ist vergleichbar mit der von Kurviger – das ist bei der Planung enorm hilfreich wenn die Software schon von sich eine Tour ausspuckt, an der es nicht viel zu meckern gibt.

Das Kartenmaterial stammt hier von MapBox, einer Integrationsplattform unterschiedlicher Datenanbieter, unter anderem von OpenStreetMap. Das funktioniert prinzipiell erstmal ganz gut, aber die Auswahl auf anderen Plattformen finde ich dann doch flexibler und hilfreicher – eine topografische Karte mit Relief-Informationen in Form einer Schummerung finde ich für die Routen-Planung sehr hilfreich, die Karte bei Calimoto wirkt etwas „flach“ (Stand: 12/2018 – kann sich ja gerne noch ändern zumal die Funktionen sehr überzeugend realisiert sind).

Die in der Planungssoftware erstellten Routen können in der Android-App von Calimoto verwendet werden. Was diese App so bietet habe ich mir im Beitrag zu den Smartphone-Apps angesehen.

motocompano

Die Kartenansicht von motocompano

motocompano gibt es ebenfalls als Web-Planungs-Tool und als mobile Smartphone-Navigations-App. Dabei ist das Konzept des Projektes weiter gefasst: neben der Routenplanung sind umfangreiche Community-Funktionen und Multemedia-Features integriert. So kann man komplette Tracks inklusive der dazugehörigen Videos auf die Plattform hochladen – ich hatte schon immer gerätselt, wo die ganzen Videos landen nachdem so viele inzwischen eine Kamera am Helm haben

  • Routing-Modus „kurvenreiche Strecke“
  • Videobilder abrufen und selbst Videos hochladen
  • die Karte ergänzen um eigene POIs
  • Tracks der Community erkunden
  • zusätzliche Parameter zur Routenwahl wie „Landschaft“, „Verkehrsdichte“, „Fahrbahnbelag“, „fahrerischer Anspruch“. Hierzu kann man selbst nach der Tour entsprechende Daten ergänzen und für Planungen auf die entsprechenden Daten der Community zugreifen

Jedenfalls ein interessanter und innovativer Ansatz – muss nicht jeder mögen aber zumindest mal was Neues.

GPSies

Die Recherche bei GPSies

GPSies ist eine Plattform für alle möglichen Zielgruppen, die sich mit GPS-Unterstützung im Freien bewegen: Läufer, Wanderer, Radfahrer und eben auch wir motorisierten „vagabonds“. Die Stärke der Plattform liegt dann auch vorrangig in der angebundenen Community – die Fülle der angebotenen Strecken der Benutzer ist schwer zu überschauen. Die eigentliche Herausforderung bei der Recherche ist das Ausfiltern der nicht passenden Tourenvorschläge.

Aber man kann auch eigene Strecken planen und erfassen – das funktioniert an sich, die Software berechnet dann die Route zwischen den Wegpunkten. Allerdings verstärkt sich hier der Eindruck, dass GPSies eher darauf abzielt, dass Benutzer ihre aufgezeichneten Tracks hochladen und mit der Community teilen.

Beim Kartenmaterial setzt GPSies vorrangig auf OpenStreetMap. Im Dezember 2018 findet sich ein Hinweis des Seitenbetreibers, dass sich das auf die geänderte Preisgestaltung von Google-Maps zurückzuführen ist.

Weitere Planungs-Systeme

Erfreulicherweise kann man immer wieder noch andere Routenplaner entdecken. Hier nachfolgend noch ein paar Anregungen:

der Routenplaner der Zeitschrift Tourenfahrer

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